


Bikes of the Past
HONDA CB250 K4 [1973], CB 250 G 1976
CB 250 ist der Name einer Serie von Motorrad-Modellen des japanischen Herstellers Honda. Die Mittelklasse-Zweizylinder wurde in vielen Varianten hergestellt. Die CB 250 (Tipcode 286) wurde im Sommer 1968 in den USA als Nachfolgemodell der CB 72 vorgestellt, deren letzte Ausführung auch schon CB 250 hieß. Sie war eine komplette Neukonstruktion; sowohl Fahrwerk als auch Motor waren neu.
Varianten
Im Gegensatz zur CB 72 standen die Zylinder senkrecht, der Primärtrieb wurde von Kette auf Zahnräder umgestellt, das Getriebe bekam fünf Gänge, statt Schiebervergasern gab es zwei Gleichdruckvergaser und die Hinterradkette wanderte auf die linke Seite. Der Rahmen wurde zum geschlossenen Doppelschleifenrohrrahmen mit Pressstahl-Lenkkopf und Oberzug. Ursprünglich ohne weitere Bezeichnung, wurde die Maschine nach Erscheinen der modellgepflegten Versionen K1-K4 (Typcode 310/321/348) als K0 bezeichnet. Alle Straßenmodelle hatten horizontal liegende Auspufftöpfe. Die Leistung betrug anfangs 26 PS und wurde 1971 auf 30 PS angehoben. 1973 kam die letzte Version mit 30 PS und als Modell K4 B4 (Typcode 349) mit vorderer Scheibenbremse und Gummibälgen an der Telegabel statt der Tauchhülsen der Vorgängermodelle auf den Markt. Als K4 (Typcode 348) mit der ursprünglichen vorderen Duplexbremse und Tauchhülsen an der Telegabel war sie kaum mehr gefragt, aber lieferbar.
Hauptsächlich für den US-Markt gab es eine auf leichtes Gelände getrimmte Ausführung, die als CL 250 Scrambler mit linksseitig hochgelegten Auspufftöpfen, breiterem Lenker und kleinerem Tank gebaut wurde. Außerdem gab es diese Modellreihe mit 325 cm³ als CB 350/CL 350 (Bohrung 64 mm gegenüber 56 mm für 250 cm³). Außerhalb Deutschlands sehr beliebt weil mit 36 PS unterwegs, war der große Motor in Deutschland wegen der Versicherungsklassen (Grenze war 250 cm³, die nächste Grenze war 475 cm³, weshalb dann die CB 450 attraktiver war), nicht sehr verbreitet. Als Sonderfall in dieser Baureihe kann die SL 350 gelten, der K-Motor hängt hier in einem speziell für Geländeeinsatz konstruierten leichten Doppelrohr-Rahmen.

Beim Nachfolge-Modell Honda CB 250 G (Typcode 367) wurden viele Schwächen der K-Modelle beseitigt und gleichzeitig optisch deutlich verändert. Der Motor bekam eine Kurbelwelle mit Rillenkugellagern statt der empfindlichen Rollenlager, die früher immer problematische Nockenwelle wurde durch eine vierfache Gleitlagerung im jetzt geteilten Zylinderkopf endlich standfest. Rahmen und Motor wurden soweit geändert, dass der Zylinderkopf bei eingebautem Motor abnehmbar war. Das Getriebe bekam sechs Gänge, wie sie auch die CB 400 Four hatte. Der Tank wurde länger und schlanker und die angewinkelten Auspufftöpfe endeten über der Hinterradachse. Die Sitzbank wurde länger und abschließbar und seitlich klappbar. Die stärkere Schwester CB 360 G hatte 34 PS statt der 27 bis 30 PS der CB 250 G. Die G-Reihe wurde nie als Offroad-Modell angeboten. Die Offroad-Modelle waren nun Einzylinder mit Namen XL, teilweise auch SL.
Das letzte Modell dieser Motorbauart war die CJ 250 T ab 1976, abgespeckt durch fehlenden Anlasser und eine 2-in-1-Auspuffanlage und wieder nur mit 5-Gang-Getriebe. Hier wurde durch einen anderen Tank mit unter einer kleinen Klappe liegendem Drehverschluss sowie einer anderen Sitzbank mit anschließendem Bürzel eine modernere Linie dargeboten. Das vordere Schutzblech wie auch die hintere Radabdeckung wurden verändert. Besonders mit dem der MZ ähnlichen Soloauspuff wirkte das Design etwas gestelzt. Der Motor war im Prinzip der G-Motor und auch mit 67 mm-Bohrung als CJ 360 T (Typcode 388) verfügbar.
Modellübersicht
| Technische Daten | CB 250 Super Sport (CB 72) | CB 250 K0 | CB 250 K1-K3 | CB 250 K4/disc | CB 250 G |
| Motor | 2 Zylinder, Viertakt OHC (Leichtmetall), 2 Keihin-Horizontal-Drosselklappenvergaser | ||||
| Hubraum | 247,8 cm³ | 249 cm³ | 249 cm³ | 249 cm³ | 249 cm³ |
| Verdichtung | 9,5 : 1 | 9,5 : 1 | 9,5 : 1 | 9,5 : 1 | 9,5 : 1 |
| Leistung (PS) | 22 bei 8.200 min−1 | 26 bei 10.150 min−1 | 30 bei 10.500 min−1 | 30 bei 10.500 min−1 | 27 bei 9.500 min−1 |
| Getriebe | 4-Gang, Fußschaltung | 5-Gang, Fußschaltung | 5-Gang, Fußschaltung | 5-Gang, Fußschaltung | 6-Gang, Fußschaltung |
| Bremsen | vorn Trommelbremse, hinten Trommelbremse | vorn Scheibenbremse, hinten Trommelbremse | |||
| Rahmen | Rückgratrohrrahmen Motor mittragend---Rohrrahmen mit doppeltem Unterzug | ||||
| Federung vorne | ölgedämpfter Stoßdämpfer, Schraubenfeder | ||||
| Federung hinten | gasdruckgedämpfter Stoßdämpfer, Schraubenfeder | ||||
| Länge × Breite × Höhe (mm) | 2025 × 615 × 950 | 2040 × 745 × 950 | 2090 × 775 × 1075 | 2040 × 765 × 1070 | 2085 × 760 × 1070 |
| Radstand | 1295 mm | ca. 1295 mm | 1280/1320 mm | 1320 mm | 1345 mm |
| Serienbereifung | vorne 2,75–18, hinten 3,00–18 | vorne 3,00–18, hinten 3,25–18 | vorne 3,00–18, hinten 3,25–18 | vorne 3,00–18, hinten 3,25–18 | vorne 3,00–18, hinten 3,50–18 |
| Leergewicht | 153 kg | ca. 160 kg | 160 kg | 170 kg | 175 kg |
| Bodenfreiheit | 140 mm | 130 mm | 150 mm | 150 mm | 160 mm |
| Höchstgeschwindigkeit | ca. 130 km/h | 145 km/h | 150 km/h | 150 km/h | 142 km/h |
| Tankinhalt | 14 Liter | 14 Liter | 12/10 Liter | 12 Liter | 11 Liter |
| Produktionszeit | 1967–1968 | 1968–1970 | 1970–1972 | 1972–1974 | 1974–1977 |
| Technische Daten | CJ 250 T | CB 250 T | CB (X) 250 RS | CB 250 N | CB Two Fifty |
| Motor | 2 Zylinder, Viertakt OHC (Leichtmetall), 2 Keihin-Horizontal-Drosselklappenvergaser | 1 Zylinder, Viertakt OHC (Leichtmetall), 1 Keihin-Horizontal-Drosselklappenvergaser | 2 Zylinder, Viertakt OHC (Leichtmetall), 2 Keihin-Horizontal-Drosselklappenvergaser | 2 Zylinder, Viertakt OHC (Leichtmetall), 1 Keihin-Horizontal-Drosselklappenvergaser | |
| Hubraum | 249 cm³ | 249 cm³ | 245 cm³ | 245 cm³ | 234 cm³ |
| Verdichtung | 9,5 : 1 | 9,5 : 1 | 9,5 : 1 | 9,5 : 1 | 9,2 : 1 |
| Leistung (PS) | 27 bei 9.500 min−1 | 27 bei 10.000 min−1 | 27 bei 10.000 min−1 / 17 bei 7.000 min−1 | 17 bei 8.500 min−1 | 17 bei 8.000 min−1 |
| Getriebe | 5-Gang, Fußschaltung | 5-Gang, Fußschaltung | 5-Gang, Fußschaltung | 6-Gang, Fußschaltung | 5-Gang, Fußschaltung |
| Bremsen | vorn Scheibenbremse, hinten Trommelbremse | ||||
| Rahmen | Rohrrahmen | ||||
| Federung vorne | ölgedämpfter Stoßdämpfer, Schraubenfeder | ||||
| Federung hinten | gasdruckgedämpfter Stoßdämpfer, Schraubenfeder | ||||
| Länge × Breite × Höhe (mm) | 2145 × 700 × 1080 | 2040 × 785 × 1125 | 2070 × 730 × 1060 | 2115 × 730 × 1105 | 2150 × 755 × 1090 |
| Radstand | 1295 mm | 1335 mm | 1350 mm | 1395 mm | 1425 mm |
| Serienbereifung | vorne 3,00–18, hinten 3,75–18 | vorne 3,00–18, hinten 3,25–18 | vorne 3,00–18, hinten 4,10–18 | vorne 3,60–19, hinten 4,10–18 | vorne 90/100–18, hinten 120/90–16 |
| Leergewicht | 174 kg | 172 kg | 134 kg | 180 kg | 132 kg |
| Bodenfreiheit | 140 mm | 160 mm | 160 mm | 165 mm | 166 mm |
| Höchstgeschwindigkeit | 148 km/h | ca. 150 km/h | ca. 145 km/h | ca. 130 km/h | 142 km/h |
| Produktionszeit | 1976–1978 | 1978–1979 | 1981–1984 | 1981–1984 | 1991–2002 |
CB mit Gleichläufer-Twin
1978 präsentierte Honda neue Modelle der Baureihe CB 250 T (Typcode 367) und CB 400 T, in Japan und den USA 1977 bis 1979 als CB 250 T Hawk und 1980 bis 1981 als Super Hawk (MC 03) bezeichnet. Es handelte sich um völlig neu konstruierte Parallel-Twin-Motoren als Gleichläufer mit Ausgleichswellen. Die 250er hatte für Deutschland ganz kurze Zeit 27 PS, die 400er 43 PS. Im Zuge einer günstigeren Versicherungseinstufung wurden die jeweiligen Leistungen dann bei 250 cm³ auf 17 PS und bei 400 cm³ auf 27 PS (oder nach Wahl 43 PS) geändert. Die Modellreihe T wurde jedoch schon nach einem Jahr stilistisch überarbeitet und durch die Modelle CB 250 N und CB 400 N ersetzt.

Letzte Modelle





Ab 1980 wurde auch eine CB 250 RS (MC 02) gebaut, deren Motor aus der Einzylinder-Enduro XL 250 abgeleitet war und 17 oder 26 PS leistete, die CBX 250 RS (MC 10) ab 1983 hatte 30 PS, die CBX 250 S (MC 12) ab 1985 hatte 28 PS. Auch ein Parallelmodell CL 250 (Typcode 290) wurde nach alter Scrambler-Tradition wieder aufgelegt. Diese hatte den Einzylinder aus der Enduro, eine hochgelegte Auspuffanlage und als Besonderheit einen durch einen kleinen Hebel am Lenker schaltbaren Kriechgang für Geländeeinsatz an starken Steigungen.
Die CB 250 Nighthawk (MC 24) gab es ab 1991 und die (MC 26) ab 1992 bis 2002 mit 21 PS bei 8500 min−1.
Literatur
- Jochen Kuch: Honda-Motorräder seit 1970, 1. Auflage, Motorbuch-Verlag, Stuttgart, 2009. (Typenkompass), ISBN 978-3-613-02989-7
- Motorradkatalog 1970–76, Motor-Presse-Verlag
HONDA CD 750 K2 [1973]
Die CB 750 Four ist ein Motorrad des japanischen Herstellers Honda. Das erste Großserien-Motorrad mit Vierzylinder-Reihenmotor war weltweit ein großer Erfolg und wurde bis 1978 über 550.000 mal hergestellt. Der anfangs nur „Honda Four“ genannte Typ hat einen quer eingebauten Motor, Kettenantrieb und eine hydraulisch betätigte Scheibenbremse vorn.
Technik
- Quer eingebauter luftgekühlter Vierzylinder-Reihenmotor (Zylinder 15 Grad in Fahrtrichtung geneigt), eine obenliegende Nockenwelle (OHC) mit Antrieb über Steuerkette, zwei Ventile pro Zylinder über Kipphebel betätigt, Primärtrieb durch zwei parallel laufende Einfach-Rollenketten. Mit Trockensumpfschmierung (3,5 l) und einem Ölfilter.
- Hubraum: 736 cm³, Bohrung × Hub: 61 × 63 mm, Verdichtungsverhältnis 9,0 : 1
- Leistung: 67 PS (49 kW) bei 8000 min−1 (K6: 63 PS)
- Drehmoment: 6,1 mkp (59,8 Nm) bei 7000 min−1
- 4 Keihin-Schiebervergaser: Ø 28 mm
- 4-in-4 Auspuffanlage
- Kraftstofftank: 17 Liter, davon 3 l Reserve (K0 = 18 l, K7/K8 = 19 l, 4 l Reserve, CB A = 19,5 l)
- Kraftstoff: Super 95 ROZ
- Kraftstoffverbrauch (min/Ø/max): 4,84/5,77/8,04 l/100 km
- Doppelschleifen-Rohrrahmen
vorne Teleskopgabel/hinten Schwinge mit 2 Federbeinen - Kickstarter und elektrischer Anlasser
- Hinterradantrieb über Einfach-Rollenkette 5/8" × 3/8"
- hydraulisch betätigte Scheibenbremse vorn (eine Scheibe Ø 296 mm), Trommelbremse hinten (Ø 180 × 35 mm)
- Reifendimension vorne: 3.25-19 (K7+K8 = 3.50-19)
- Reifendimension hinten: 4.00-18 (K7+K8 = 4.50-17)
- Gewicht fahrbereit: 235 kg (K2)
- Zulässiges Gesamtgewicht: 385 kg (K2)
- 12-V-Anlage, Drehstrom-Lichtmaschine 210 W, Batterie 14 Ah
- Höchstgeschwindigkeit: über 200 km/h (lt. Prospekt)
- Beschleunigung: 0–100 km/h in 4,6 s (lt. Prospekt)
Entwicklung

4-Zylinder Reihenmotor (SOHC)

Nachdem Honda 1966 alle fünf Klassen der (50/125/250/350/500 cm³) Motorrad-Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, entschied man sich im Jahre 1967, mit 20 Mitarbeitern unter Projektleiter Yoshirou Harada und Motor-Konstrukteur Masaru Shirakura zur Entwicklung und Bau einer Maschine, die im Hochgeschwindigkeitssegment mit sicherer und bequemer Reisegeschwindigkeit eine neue Referenz setzen sollte. Im Februar 1968 startete man die Konstruktion des Motors. Der mitverantwortliche Designer war Hitoshi Ikeda.
Vorstellung
Das blaue Vorserienmodell Dream CB 750 Four wurde erstmals am 25. Oktober 1968 auf der 15. Tokyo Motor Show der Öffentlichkeit präsentiert. Ein Prototyp gelangte im Oktober 1968 in die USA[1] und wurde im Februar 2026 für 313.500 US-Dollar versteigert. Die erste Serienmaschine wurde im Januar 1969 auf dem ersten US-amerikanischen Händlertreffen in Las Vegas, Nevada, vorgestellt. Der Präsident von American Honda Motor Co., Kihachiro Kawashima, kündigte an, dieses Motorrad für 1495 US-Dollar zu verkaufen. Gebaut wurde das Modell ab dem Frühjahr 1969 in den Honda-Werken von Saitama (jetzt Wako Plant), Hamamatsu und später Suzuka. Das Serienmodell CB 750 Four K0 (Typcode 300) wurde ab der Mitte 1969 hauptsächlich in den USA und Japan verkauft. Es sollte 1666 US-Dollar oder 385.000 Yen kosten. Diese erste Version von 7414 Exemplaren ist heute unter dem Namen Sandguss-Modell bekannt und von Liebhabern sehr gesucht.
Im Frühjahr 1973 kostete die CB 750 in Deutschland 6.598 DM inklusive 11 % Umsatzsteuer,[2] was heute ca. 12.229 Euro entspricht.[3] Mitte 1975 kostete eine CB 750 F1 inkl. MwSt. 7.198 DM (11.773 Euro).[4] 7.368 DM (11.566 Euro) war im Frühjahr 1976 der Preis inkl. MwSt. für die CB 750 K6.[5]
Mit diesen Leistungsdaten war die Four das erste Motorrad, das jede BMW, Norton und Triumph hinter sich ließ. Das Fahrwerk wies allerdings deutliche Schwächen auf. Neu war die hydraulisch betätigte Scheibenbremse am Vorderrad.
Dieser Motorrad-Typ wurde in etlichen, immer wieder modellgepflegten Versionen fast zehn Jahre lang gebaut. Die Mechanik erwies sich, trotz vorher geäußerter Bedenken aus der Fachwelt, als sehr langlebig. Nicht selten erreichten die Motoren dieser ersten 750er Vierzylinder-Serie Laufleistungen von über 150.000 km. Auch das war ungewöhnlich; Motorradfahrer rechneten in jenen Jahren nach 30.000 oder 40.000 km mit gründlichen Motor-Überholungsarbeiten.
Auch eine Version mit einem Halbautomatikgetriebe (Hondamatic), einem zweistufigen Hydraulik-Drehmomentwandler, wurde von 1976 bis 1978 gebaut, die aber nicht so gut angenommen wurde. In den USA nannte sich diese Version CB-750 A (CB 750 A) und in Japan EARA (CB 750 A). Geschaltet wurde über den linken Fußschalthebel nach unten in N (Neutral), nach oben in die Fahrstufe L (Low), weiter nach oben für D (Drive).
Die 1970er Jahre waren auch die Zeit der Chopper-Umbauten, angeregt durch den Film Easy Rider von und mit Peter Fonda. Die Vorderradgabeln konnten nicht lang genug sein. Hersteller solcher Umbauten, auch auf Basis der CB 750, war unter anderem die Firma AME.
Motorsport


Im Rennsport war diese Maschine auch vielfach erfolgreich. Es war auch die Zeit der Tuner, die mit dieser Basismaschine ihre Erfolgsstories erlebten, darunter Bimota, Fritz Egli, Eckert, Japauto, Dunstall, Rickman, Rau, Martin, Dresda, Seeley Ernest Walther und Yoshimura.
Der erste Sieg beim 10-Stunden-Produktionsmaschinen-Rennen im japanischen Suzuka im August 1969 ging an das Team Morio Sumiya/Tetsuya Hishiki, zweite wurden Yoichi Oguma/Minoru Sato, beide Teams auf der CB 750 Four. Der erste Sieg beim 24-Stunden-Langstreckenrennen Bol d’Or in Montlhéry/Frankreich fuhren die Franzosen Daniel Urdrich und Michel Rougerie mit der Startnummer 61 am 12. September 1969 auf einer von Alf Briggs von Honda U.K. hergerichteten CR 750 für Honda ein. Am 15. März 1970 fuhr der Amerikaner Dick Mann im Rennen der 200 Meilen American Motorcyclist Association Daytona auf einer CR 750 mit der Startnummer 2 zum Sieg. Diese Rennmaschine war im Wesentlichen von der CB 750 Four abgeleitet. Beim 24-Stunden Langstreckenrennen Bol d’Or 1972 in Le Mans fuhr das Team Gérard Debrock/Roger Ruiz zum Sieg. Die Europäische Langstrecken Meisterschaft gewann das Team Godier Genoud in diesem Jahr. Beim 24-Stunden Langstreckenrennen Bol’Or 1973 in Le Mans fuhr das Team Debrock/Thierry Tchernine zum Sieg. 1975 wurde das Team Roger Ruiz/Christian Huguet Weltmeister in der FIM Endurance. In den Jahren 1976 bis 1979 war die RCB 1000 (941 cm³/997 cm³), die nun zwei obenliegende Nockenwelle hatte, in den Langstreckenrennen der Coupe d’Endurance mit den Fahrern Jean-Claude Chemarin/Christian Leon, Christian Huguet/Pentti Korhonen, Jean-Claude Chemarin/Alex George, G. Green/Maurice Maingret mit der 1000 Japauto VX941-Honda-Motor, Stanley Woods/Charlie Williams und weiteren Teams sehr erfolgreich. 1977 fuhr Phil Read in der Klasse Formula 1 auf der Isle of Man TT zum Sieg.
Letztlich nur zu einem Klassenrekord führten 1971 bis 1972 die Versuche, mit einer von Reaction Dynamics gebauten, mit zwei turbogeladenen CB 750-Motoren ausgestatteten Maschine den absoluten Geschwindigkeitsrekord für Motorräder zu brechen. Die Honda Hawk kam auf einen Mittelwert von 374 km/h und in eine Richtung gefahren auf 461 km/h.[6]
Namen
In Japan ist die CB 750 Four auch mit dem Namen CB Nanahan oder Dream CB 750 Four bekannt.
Auszeichnung
Von Motorradfahrern wurde sie 1999 zum Motorrad des Jahrhunderts gewählt.
Galeriebilder
- Honda Dream CB 750 Four K0
- Motodays 2019
- Honda CB 750 Four K7 von 1978, bis auf die Kofferträger im Originalzustand
- Chopper-Umbau einer CB 750 Four der ersten Serie
- Rickman Honda 750 Four von 1973
- Seeley-Honda 750 Four, Bj. 1977
- Egli-Honda auf Basis der CB 750 Four (1978)
Modellübersicht
| Typ | Modell | Code | Hubraum | kW (PS) | bei min−1 | Tank | Gewicht | Bauzeit | Produktion (Fahrzeuge) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CB 750 | K0 | 300 | 736 cm3 | 49,3 (67) | 8000 | 18 | 205 | 1969 | 7.414 |
| CB 750 | K1 +P (Police) | 300 | 736 cm3 | 49,3 (67) | 8000 | 17 | 218 | 1970–1971 | 77.000 |
| CB 750 | K2 (für D) +P | 341 | 736 cm3 | 49,3 (67) | 8000 | 17 | 235 | 1972–1975 | 63.500 |
| CB 750 | K3-K5 (USA) | 341 | 736 cm3 | 49,3 (67) | 8000 | 17 | 235 | 1972–1978 | |
| CB 750 | K6 | 341 | 736 cm3 | 46,3 (63 in D) | 8000 | 17 | 235 | 1976 | 42.000 |
| CB 750 | K7 (K8 USA) | 405 | 736 cm3 | 49,3 (67) | 8000 | 19/19,5 | 253,5 | 1977–1978 | 38.000 |
| CB 750 | CB A | 393 | 736 cm3 | 34,5 (47) | 7500 | 19,5 | 241/262 | 1976–1978 | 8.100 |
| CB 750 | F/F1 | 392 | 736 cm3 | 49,3 (67) | 8500 | 18/17 | 227 | 1975–1977 | 44.000 |
| CB 750 | F2/F3 (FIII USA) | 410 | 736 cm3 | 53,7 (73) | 9000 | 18 | 247 | 1977–1978 | 25.000 |
Produktionszahlen
| Modell | Bauzeit | Produktion (Fahrzeuge) |
|---|---|---|
| Serie K0–K8 | 1969–1978 | 442.500 |
| Serie F0–F3 | 1975–1978 | 102.500 |
| Gesamt | 1969–1978 | 553.100 |
Modellgeschichte
Nach dem herausragenden Erfolg der CB 750 Four begann Honda dieses Konzept auch auf die kleineren Hubräume zu übertragen. So entstanden in Folge als weitere Modelle 1971 die CB 500 Four und 1972 die CB 350 Four.
2013 stellte Honda mit der CB 1100 ein luftgekühltes Retromotorrad vor, dessen Äußeres stark an die CB 750 Four angelehnt ist, vor.[7]
Trivia
Die Comicfigur Eduard Nockenfell (fr. Edouard Bracame) des Joe Bar Teams fährt eine Honda CB 750 Four und Aime Gafone eine Honda 750 Daytona Replica.
Nachfolger

Erst als 1972 die Kawasaki Z 1 „Super four“ (später Z 900) mit 82 PS (US-Ausführung – in Deutschland 79 PS) herauskam, schwächten sich die Verkaufszahlen ab. Honda ließ die erste 750er Serie (K0–K8) im Jahr 1978 auslaufen und ersetzte sie durch die CB 750 K (RC 01) mit dem 77 PS DOHC-Motor, der von dem damals sehr erfolgreichen Honda-Rennmotor der RCB1000 abgeleitet war.
Parallel wurde die Honda CB 900 Bol d’Or entwickelt, von diesem Typ gab es ebenfalls eine hubraumschwächere Version, die CB 750 F (RC04) Bol d’Or mit dem Motor der CB 750 K (RC 01), der durch eine geänderte Auspuffanlage (4-2) jetzt 79 PS leistete. Diese legitime Nachfolgerin der CB 750 war zunächst nur in Japan, Kanada und den USA erhältlich und von der nur im Ausland verkauften Spitzenversion CB 900 F Bol d’Or abgeleitet. In Japan selbst war es aufgrund der Führerscheinbestimmungen schwer, Motorräder mit mehr als 750 cm³ in den Verkehr zu bringen. Die Bezeichnung Bol d’Or war eine Reminiszenz an die Erfolge von Honda beim Bol d’Or, dem 24-Stunden-Motorradrennen in Frankreich.
Anfang der 1990er Jahre nahm Honda wieder eine modern konstruierte und am Markt dann recht erfolgreiche CB 750 Four ins Programm, um an den alten ruhmreichen Namen anzuknüpfen: nach einem Jahrzehnt Unterbrechung die dritte, grundlegend neue Version eines Vierzylinder-Sporttourers. Diese Version heißt CB Sevenfifty und wurde von 1992 bis 2002 gebaut.
Am 23. Oktober 1999, zum 30. Geburtstag der in-line-Four, überraschte Honda auf der Tokyo Motor Show die Öffentlichkeit mit einer Studie (Prototyp) mit dem Namen CB Four, die optisch in vielen Dingen der alten CB 750 Four glich, aber nicht in Serie ging. Der Motor war bei dieser Studie allerdings ein Exemplar mit zwei obenliegenden Nockenwellen DOHC und im Vorderrad waren zwei Scheibenbremsen.
Die Four im heutigen Straßenbild
Heutzutage werden insbesondere die Maschinen der ersten Serie, die Modelle K0–K7 (K8), als Oldtimer-Motorräder in gutem Zustand bei einem Mehrfachen ihres ehemaligen Neupreises gewertet. Modelle im Originalzustand sind allerdings selten, was einerseits daran liegt, dass die Fours ein "dankbares" Fundament für Umbau- und Tuningmaßnahmen waren; andererseits waren gerade die Auspuffanlagen seit jeher rostanfällig und teuer bzw. seit einigen Jahren nicht mehr lieferbar, so dass unterschiedlichste 4-in-1-Anlagen angebaut wurden. Seit einiger Zeit (um 2006) sind die originalen 4-in-4-Auspuffanlagen wieder erhältlich. Ein in Oldtimerkreisen akzeptierter Umbau der Four ist das Ausrüsten mit einer zweiten Scheibenbremse vorne. Da serienmäßig Aufnahmepunkte für den Bremssattel vorhanden sind, ist diese Umrüstung problemlos machbar.
Literatur
- Joachim Kuch: Typenkompass Honda Motorräder seit 1970, 1. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-613-02061-0.
- Reinhard Hopp: Honda CB 750 Die Geschichte einer Legende, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-613-01920-5.
- Reinhard Hopp: Honda CB 750 Das Motorrad des Jahrhunderts, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02545-0.
- Reinhard Hopp: Honda Die Geschichte der legendären Vierzylinder seit 1969, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-613-03211-8.
- Giorgio Sarti: Honda CB 750 Four, Heel Verlag GmbH, Königswinter 2014, ISBN 978-3-86852-899-2.
- Das Motorrad: „Dankbarer Dampfer“, Langstreckentest Honda CB 750 über 40.000 km (ab Dezember 1972), Heft 10/75 vom 17. Mai 1975, Motor-Presse-Verlag Stuttgart
- Das Motorrad: Drei 750er im Vergleich: Suzuki GT 750, BMW R 75/6, Honda CB 750 F1, Heft 25/75 vom 13. Dezember 1975, Motor-Presse-Verlag Stuttgart
- Das Motorrad: „Ansichtssache“, Doppeltest Honda CB 500/750 (CB 500 K4/CB 750 K6), Heft 13/76 vom 13. Juni 1976, Motor-Presse-Verlag Stuttgart
Weblinks
Commons: Honda CB750 – Sammlung von Bildern
- Honda – Geschichte der CB 750 (englisch)
- CB 750 – Geschichte einer Legende
- 1. Honda CB 750 Four Club e. V. Deutschland
- Virtuelles Honda-Vierzylinder-Museum (französisch)
- Umfangreiche Technik und Spezialfahrwerke rund um die CB 750
- Lange Liste aller Honda-Fahrgestell- und -Motoridentifikationsnummern (englisch)
Einzelnachweise
- CB 750 prototype. World Motorcycles, 2024, abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch, umfangreiche Beschreibung und Fotodokumentation der Unterschiede zum Serienmodell): „OCTOBER 1968 - THE PROTOTYPE CB750 Sets Wheels on U.S. Soil“
- Ernst Leverkus: Die Motorräder der 50er, 60er und 70er Jahre, Spezialausgabe 1. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02366-0
- Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, auf 100 EUR gerundet und gilt für den zurückliegenden Januar
- Das Motorrad, Heft 25/75: Drei 750er im Vergleich: Suzuki GT 750, BMW R 75/6, Honda CB 750 F1
- Das Motorrad, Heft 13/76: Doppeltest Honda CB 500/750
- Dick Keller: The Honda Hawk. clingonforlife.blogspot.de, abgerufen am 10. November 2014.
- Ingo Gach: Zeitmaschine. In: heise.de. 21. März 2013, abgerufen am 22. Juni 2022.
YAMAHA XS1100 [2H9, 1979]
Bei der XS-Modellreihe handelt es sich um Motorradmodelle des japanischen Motorradherstellers Yamaha der Kategorie Naked Bike und Chopper. Das erste Motorrad dieser Modellreihe stellte Yamaha 1969 mit der XS 1 als erstes Yamaha-Motorrad mit Viertaktmotor vor. Die erste Baureihe ist 40 Jahre nach ihrem Start zum Motorradklassiker geworden. Zur ersten Baureihe kamen im Laufe der Zeit weitere hinzu, wobei teilweise auch die Typbezeichnung TX für nah verwandte Modelle genutzt wurde. Die Yamaha XS 750 wurde unter der Bezeichnung GX 750 als Prototyp vorgestellt. Die XS-Modellreihe wurde 1983 eingestellt. 2007 präsentierte Yamaha auf der Tokyo Motorshow einen Prototyp in der Tradition des ersten Modells, die Yamaha XS-V 1 Sakura.[1]
- Yamaha XS Modellreihe
- Yamaha XS 400
- Yamaha XS 650
- Yamaha XS 750
- Yamaha XS 850
- 1978 Yamaha XS 1100 E (2H9)
- Yamaha XS 1100 Midnight Special, Bj. 1981
Motorvarianten
Alle Motoren dieser Modellreihe sind Viertaktmotoren in Reihenbauweise. Zunächst wurde mit der Baureihe XS 1 (später XS 2) ein Zweizylinder als gleichläufiger Parallel-Twin mit 650 cm³ und zwei Ventilen pro Zylinder und Kettenantrieb eingeführt. Alle nachfolgenden Modelle wurden entweder mit zwei oder vier Ventilen (XS/TX 500) pro Zylinder, einer oder zwei obenliegenden Nockenwellen und teilweise mit Ausgleichswellen ausgestattet. Die Modelle XS 250/360/400 und XS500 / TX 500 haben zwei Zylinder und Kettenantrieb.[2] Die Modelle XS 750 und XS 850 haben jeweils drei Zylinder und Kardanantrieb.[3] Die Yamaha XS 1100 war das hubraumstärkste Modell mit vier Zylindern und Kardanantrieb.[4]
Literatur
- Joachim Kuch, Jürgen Gaßebner: Yamaha: Motorräder seit 1955. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-613-02280-5, Seiten 166–168.
Weblinks
Commons: Yamaha XS – Sammlung von Bildern
Einzelnachweise
- Yamaha XS-V 1 Sakura Yamaha Motor Deutschland (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2019. Suche im Internet Archive)
- Technische Daten Yamaha XS 500
- Technische Daten XS 750 und XS 850
- Entwicklungsgeschichte Yamaha XS 1100
